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Megatrends für Hygiene

Langfristig unterstützen vier mächtige Megatrends die V ...

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Unaufhaltsamer Trend zur Hygiene

Langfristig unterstützen vier mächtige Megatrends die Verbesserung der Krankenhaushygiene

Für die Mitstreiter im Bereich der Krankenhaushygiene ist der tägliche Kampf für bessere Hygiene eine Herausforderung, die Züge einer Sisyphusarbeit annehmen kann. Mit etwas Abstand gesehen gibt es jedoch erhebliche Fortschritte, und auch der langfristige Trend ist positiv.

Diese langfristige Perspektive basiert auf der Fortschreibung von vier mächtigen Megatrends, die sich kaum kurzfristig umkehren werden und auch auf die Hygiene ihren Einfluss ausüben. Daher ist die Prognose – trotz aller Alltagsschwierigkeiten bei der Steigerung der Compliance bei der Händehygiene – letztlich gut. Es besteht Anlass zum Optimismus.

Gesellschaftliche Dimension

Ein für die Hygiene wichtiger Megatrend besteht darin, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für Unfälle, Krankheit und Leiden immer weiter abnimmt, gerade in den wohlhabenderen Ländern. Waren früher schicksalhafte Fügungen weithin akzeptiert oder sogar religiös als unvermeidlich angesehen, wird heute bei Todesfällen fast schon reflexhaft nach den Verantwortlichen gefahndet. Konsequenzen werden eingefordert. Die rückläufige Zahl der Verkehrstoten und die ständige Weiterentwicklung der Sicherheit des Verkehrssystems sind nur ein erfreulicher Ausdruck dieser Entwicklung.

Während früher eine Heilung im Krankenhaus als Geschenk zusätzlicher Lebensjahre empfunden wurde, ist sie heute eher der erwartete Normalfall. Auch vor diesem Hintergrund gewinnt die Patientensicherheit und die Vermeidung vermeidbarer Infektionen eine immer höhere Bedeutung. Die Bereitschaft von Patienten und Angehörigen, einen durch Infektionen verzögerten Heilungsverlauf hinzunehmen, wird weiter abnehmen. Das Bedürfnis nach Sicherheit für Leib und Leben wird, wie schon in der Vergangenheit, auch in Zukunft mit steigendem Wohlstand weiter zunehmen.

Staatliche und privatwirtschaftliche Institutionen reagieren: Beispielsweise sind temporäre Schließungen von Stationen der Krankenhäuser durch das Gesundheitsamt ein scharfes Schwert, das zumindest für Neuaufnahmen von Patienten gar nicht mehr so selten Anwendung findet – bzw. gar nicht erst angewandt werden muss, da die betroffenen Häuser vorauseilend selbst tätig werden.

Technologische Dimension

Befeuert wird diese gesamtgesellschaftliche Tendenz durch die technologische Entwicklung. Im Zuge der Digitalisierung nimmt die Transparenz für Patienten und Angehörige immer weiter zu. Klinikvergleichsportale und Qualitätsberichte sind nur einige der Entwicklungen der letzten Jahre. Die Öffentlichkeit für das Thema Krankenhaushygiene findet mittlerweile nicht mehr nur in den klassischen Medien statt, sondern wird durch die sozialen Medien und die dortigen Stimmungen der Nutzer verstärkt – zum Teil bis hin zur Hysterie oder zur nicht immer sachlichen Kampagne.

Zu erwarten ist auch, dass zukünftig eine noch effektivere Vernetzung von tatsächlichen oder vermeintlichen Opfern mangelhafter Hygiene stattfindet. Die neuen Medien bieten sich regelrecht dazu an, zuvor isolierte rechtliche oder informelle Maßnahmen einzelner Patienten miteinander zu koordinieren. Verbesserte Möglichkeiten für die Qualitäts-Selbstdarstellung der Krankenhäuser und das Benchmarking treffen auf höhere Marktmacht der Patienten bei der Berücksichtigung von guter Qualität und der Abstrafung von subjektiv oder objektiv mangelhafter Qualität.

Ökonomische Dimension

Die Anreize für eine Vermeidung von Krankenhausinfektionen bestehen bereits. Das aktuelle APS-Weißbuch Patientensicherheit 2018 konstatiert Kosten von 5.000€ je Infektionsfall aus Sicht des Krankenhauses, in Einklang mit zahlreichen weiteren Kostenanalysen. Nosokomiale Infektionen bedeuten zusätzliche Behandlungs- und Diagnosekosten, verlängerte Liegedauern und dadurch Opportunitätskosten, sowie bislang in den entsprechenden Analysen noch kaum berücksichtigte Prozesskosten durch Störung der normalen Abläufe.

Diesen immer besser dokumentierten Mehrkosten stehen in Form der DRG Fallpauschalen lediglich im Wesentlichen fixe Erlöse je Fall gegenüber. Insofern schlagen die Mehrkosten voll auf das Betriebsergebnis des Krankenhauses durch. Nachdem die Krankenhäuser die naheliegenden Ersparnispotentiale in den vergangenen Jahren ausgeschöpft haben, geraten nun Infektionen als noch nicht ausgeschöpftes Einsparpotential immer mehr in den Fokus.

Aktuelle Bestrebungen zur Aufweichung der Fallpauschalen-Systematik müssen die entsprechenden Anreize mittelfristig nicht schmälern, sondern dürften im Gegenteil weitere regulatorische Eingriffe nach sich ziehen, die sogar noch direkter und sichtbarer qualitätsbedingte Anreize oder Sanktionen vorsehen.

Die Wettbewerbsdynamik in Form einer Konsolidierung der Krankenhauslandschaft und Zentrenbildung trägt ein Übriges zur Steigerung des ökonomischen Drucks zur Verringerung der Infektionsanzahl bei. Wenn Häuser in einer Region seitens der Politik oder seitens ihrer Konzernleitungen aufgefordert werden, sich auf bestimmte Diagnosen zu spezialisieren, produziert dies Gewinner und Verlierer unter den Krankenhäusern. Verschärft wird dies dadurch, dass die Zahl der Krankenhäuser abnimmt und insbesondere kleine Häuser aufgegeben werden.

Wesentliches Kriterium für den Aufbau von Betten in den einen und den Abbau von Betten in den anderen Häusern ist die Fallzahl – allerdings dicht gefolgt von der Hygiene als wesentlichem Faktor auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Insofern wird die Hygiene immer mehr zum Faktor, der für die strategische Aufstellung eines Krankenhauses mitentscheidend ist.

Globale und medizinische Dimension

Der globale Trend der Resistenzentwicklung bei den Krankheitserregern wurde auch im HyBlog bereits vielfach beleuchtet und wird von der UN als eine der zentralen Herausforderungen für die Menschheit anerkannt. Internationale Ranglisten und internationale Vernetzung lassen erwarten, dass dieser Trend auch weiterhin eine hohe Aufmerksamkeit erfährt.

Da der Anteil älterer und multimorbider Patienten zunimmt und sich Ärzte in dem Maße, wie das Potential mit einfacheren Therapien ausgeschöpft wird, zunehmend auch invasiveren oder immunsupprimierenden Therapien zuwenden, steigt die Bedeutung von verträglichen Antibiotika – auf Reserveantibiotika aus der Mottenkiste der Antibiotikaentwicklung will man gerade bei diesen Patienten lieber nicht zurückgreifen müssen.

Die Zeiten einfacher Problemlösung per Antibiotika sind endgültig vorbei – die Vermeidung einer Infektion wird auch zukünftig immer stärker den Vorrang vor der späteren Behandlung der Infektion erhalten.

Fazit

Vier mächtige Megatrends werden die Bedeutung der Krankenhaushygiene auch in Zukunft weltweit vorantreiben.

Entscheidungsträgern empfehlen wir, sich hier rechtzeitig zu positionieren. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Krankenhaushygiene kann es sinnvoll sein, auf den einen oder anderen Trend aktiv aufmerksam zu machen, um die hausinterne Meinungsbildung zu fördern.

HyHelp wird in einer der nächsten Newsletter-Ausgaben weitere Zahlen und Fakten aufbereiten, auch zu den Kosten nosokomialer Infektionen, um Entscheidungsgrundlagen für Hygienemaßnahmen zur Verfügung zu stellen.