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EU-Studie Infektionen: So what?

Schlussfolgerungen aus der EU-Studie zur Zahl der nosokomialen Infektionen

Die EU hat eine großangelegte Untersuchung der Infektionszahlen und -arten in europäischen Gesundheitseinrichtungen durchführen lassen. Im letzten HyBlog-Beitrag wurde der dortige Ländervergleich untersucht und mit einer daraus abgeleiteten Gesamtinfektionsquote je Land fortgeführt. Für Deutschland würde sich auf dieser extrapolierten, validierten Basis (4,1% Infektionsquote in der dritten, abgeleiteten Tabelle) übrigens eine Zahl von 800.251 nosokomialen Infektionen p.a. ergeben.

Hier stehen nun nicht mehr die nackten Zahlen im Vordergrund, sondern deren Interpretation:

  1. Die großen nationalen Unterschiede überraschen. Sie sind zugleich ein Hinweis auf ein großes Vermeidbarkeitspotential: Vermutlich sind – zumindest in den Ländern mit vergleichsweise hoher Quote – viele Infektionen nicht schicksalhaft. Das heißt nicht, dass dort ein einzelnes Krankenhaus jederzeit sofort niedrigste Quoten erzielen könnte: Der „Infektionsdruck“ durch die aufgenommenen Patienten (z.B. Kolonisationen mit multiresistenten Erregern) ist beispielsweise in einigen Ländern bereits deutlich erhöht. Hier bedarf es dann ggf. auch sektorenübergreifender Anstrengungen oder etwa verstärkter Screening-Maßnahmen.
  2. Krankenhaus und weitere stationäre Gesundheitseinrichtungen (stationäre Pflege und Reha) liegen statistisch nahezu gleichauf, in absoluten Infektionszahlen gerechnet: Beide tragen mit jeweils knapp unter 4,5 Millionen Infektionen zu der Gesamtzahl von 8,9 Millionen Infektionen in Europa bei. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, im Krankenhaus eine nosokomiale Infektion zu erleiden, dennoch vielfach höher, jedenfalls wenn man sie auf den Patiententag bezieht. Und bei den Infektionsarten dominieren in Pflegeeinrichtungen die in der Regel harmloseren Harnwegsinfektionen (1,3% Prävalenz) und Wundinfektionen (0,8% Prävalenz), während im Krankenhaus auch unmittelbar lebensgefährliche Septikämien (0,7% Prävalenz) eine bedeutende Rolle spielen. Dennoch: Die hohen absoluten Zahlen machen deutlich, dass die Problematik weit über das Krankenhaus hinausreicht.
  3. Interessant ist auch die ausgewiesene Resistenzquote der Erreger in europäischen Akutkrankenhäusern: 32% in Europa und 19% in Deutschland, ermittelt anhand einer Stichprobe von über 8.000 Isolaten in Europa. Carbapenem-resistent sind 6,2% in Europa und 2,1% in Deutschland: Deutschland scheint diese besonders problematische Resistenzentwicklung vergleichsweise gut im Griff zu haben, wobei hier die untersuchte Stichprobe leider recht klein war.

An den bekannten Maßnahmen zur Prävention nosokomialer Infektionen ändert sich durch all die Statistik selbstverständlich nichts. Im Gegenteil besteht sogar die Gefahr, über den Blick auf die Zahlen das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: Die wichtigste Einzelmaßnahme der Basishygiene ist und bleibt die Händedesinfektion, und im Bündel mit der ganzen Breite weiterer hygienischer Maßnahmen lassen sich große Effekte für die Patientensicherheit erzielen.

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